
Ende Januar 2026 wurde mit den Erdarbeiten für den Bau der neuen Kläranlage begonnen.
Die Bauarbeiten werden von der Firma Schmölzl GmbH Co. KG aus Bayerisch-Gmain durchgeführt. Weitere Arbeiten, bestehend aus vier Vergabelose werden in Zusammenarbeit mit der Firma ZWT GmbH aus Bayreuth abgewickelt. Für die Fertigstellung der Baumaßnahme wurden noch drei weitere Firmen beauftragt.
Eine Herausforderung bei der Abwicklung der Baustelle besteht darin, dass der Betrieb der bestehenden Kläranlage während
der Bauarbeiten weitergeführt werden muss, um die geforderten Auflagen bis zur Betriebsaufnahme der neuen Anlage erfüllen
zu können.
Nach der Fertigstellung der Baustelleneinrichtung wurde im Bereich des Baufeldes Anfang Februar der Mutterboden und der
bestehende Asphalt abgetragen. Die ersten baulichen Maßnahmen umfassten den Anschluss des neu zu verlegenden Abflusskanals an den bestehenden Schacht (Richtung Sur) inklusive der Querung der Gemeindestraße.
Anfang März wurde der bestehende Schönungsteich ausgepumpt und der Untergrund für das neue Maschinengebäude vorbereitet. Für die Errichtung des Klärbeckens (mit drei Einzelbecken, siehe nebenstehende Beschreibung) ist ein geringfügiger
Bodenaustausch nötig, um die zu erwartenden Lasten aufnehmen zu können.
Im April soll dann mit dem Bau des Maschinenhauses begonnen werden.
Die Baumeisterarbeiten für das Maschinenhaus sowie das Rechen- und Sandfanggebäude werden voraussichtlich bis Ende
August 2026 abgeschlossen sein. Im Anschluss startet in diesen Gebäuden die maschinelle Ausrüstung. Parallel dazu beginnen
die Betonierarbeiten für das Klärbecken, deren Fertigstellung ebenfalls für Ende August geplant ist.
Abwassertechnik Neue Kläranlage Surheim
Die Bietergemeinschaft KA Saaldorf-Surheim ZWT Schmölzl erhielt von dem Kommunalunternehmen Saaldorf-Surheim den Auftrag für die Ertüchtigung der Kläranlage Surheim auf Basis des Sondervorschlags MOverFlow®- Kläranlage.
Das BIOCOS®- Becken ist von uns auf 7.500 EW bei einem Zulauf von max. 180 m³/h = 50,0 l/s bemessen.
Das Angebot der ZWT Wasser- und Abwassertechnik GmbH basiert auf dem MOverFlow®- System mit dem patentierten BIOCOS®- Verfahren, das als Weiterentwicklung des Belebtschlammverfahrens anzusehen ist. Der Entwicklung des BIOCOS®- Verfahrens lag der Gedanke zugrunde, Nachteile des Durchlaufverfahrens, insbesondere bei der Nachklärung und der Schlammrückführung, zu vermeiden.
Die Vorteile dieses Verfahrens liegen in der hohen Reinigungsleistung sowie der sehr einfachen und kostengünstigen maschinellen Einrichtungen, die zu einer hohen Wirtschaftlichkeit und niedrigen Energiekosten führen. Damit wurde zugunsten der Gebührenzahler in den Gemeinde Saaldorf- Surheim ein nachhaltiges Verfahren mit, im Vergleich zu konventionellen Verfahren,
deutlich niedrigerem Energieverbrauch gewählt.
Weitere Vorteile liegen im kontinuierlichen Ablauf in den Vorfluter, dem geringen Steueraufwand, der einfachen Konzeption und den damit verbundenen niedrigen Personal- und Betriebskosten.
Die 4-Phasen:
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S: Schlammrückführphase U: Umwälzphase V: Vorabsetzphase A: Abzugsphase
| S-Phase:
Zuerst wird in der Rückführphase durch S- Heber der abgesetzte Schlamm am Boden der Sedimentations- und Umwälzbecken (SU) abgezogen und in das Belebungsbecken zurückgefördert. Die Förderung erfolgt durch druckluftbetriebene Mammutpumpen. Am Ende der S-Phase ist im B-Becken eine wesentlich höhere Schlammkonzentration als im SU-Becken vorhanden. Der hohe Trockensubstanzgehalt (TS) im Belebungsbecken (B) wirkt sich positiv auf die biochemischen Prozesse aus, ein niedriger TS-Gehalt im SU-Becken wiederum begünstigt die Absetzvorgänge des Schlammes.
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| U- Phase:
Danach wird in der Umwälzphase über Linienbelüftungen der verbliebene Schlamm im SU- Becken aufgewirbelt, damit sich ein Flockenfilter für die A- Phase bilden kann.
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| V-Phase:
In der Vorabsetzphase setzt sich der Schlamm ungestört ab, nachdem sich der Beckeninhalt des SU-Beckens beruhigt hat. Es bildet sich ein horizontaler Schlammspiegel, der mit annähernd konstanter Geschwindigkeit absinkt. Der langsam absinkende Schlammkörper wirkt als Flockenfilter, der auch kleine Schwebstoffe aus dem sich darüber bildenden Klarwasserkörper herausfiltert und somit einen feststofffreien Klarwasserabzug garantiert.
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| A-Phase:
In der Abzugsphase wird Klarwasser aus dem SU-Becken abgezogen, während der Schlammspiegel weiter absinkt. Den Durchfluss durch das SU-Becken wird durch Öffnen des MOF®– Klarwasserabzugs des MOverFlow®– Systems gesteuert. Einen annähernd konstanten Wasserspiegel im BIOCOS®– Becken erzielt man durch einen festen Überfall. Das Schlamm-Wassergemisch des B-Beckens fließt jetzt durch die Öffnungen in das SU-Becken nach, wobei Schlammflocken durch den absinkenden Schlammfilter am Aufsteigen gehindert werden. |
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Stand: März 2026
NEUSTRUKTURIERUNG DER ABWASSERBESEITIGUNG
Die Gemeinde Saaldorf-Surheim investiert in die Zukunft und leitet eine umfassende Modernisierung und Konzentration der Abwasserbehandlung ein.
Bislang wurden in der Gemeinde zwei Kläranlagen betrieben (Saaldorf als Teichanlage mit 2.000 EW und Surheim als Scheibentauchkörperanlage mit 3.500 EW).
Grund der Umstrukturierung
Im Zuge der Neubeantragung der wasserrechtlichen Genehmigung war eine Neubemessung beider Anlagen erforderlich. Dabei mussten insbesondere die aktuellen, strengeren Anforderungen an die Ablaufqualität des gereinigten Abwassers sowie die Einleitung in das leistungsschwache Gewässer (Vorfluter) berücksichtigt werden.
Auf Basis der Prüfungsergebnisse beschloss der Gemeinderat im Februar 2021, die Kläranlage Saaldorf aufzulassen und das Abwasser künftig zur Kläranlage Surheim abzuleiten, die hierfür ertüchtigt wird.
Stand der Baumaßnahmen (seit April 2024)
Die notwendigen Baumaßnahmen werden seit April 2024 umgesetzt. Bereits abgeschlossen sind:
- Neubau der Pumpstation in Saaldorf
- Neubau der Schmutzwasserdruckleitung Saaldorf–Surheim
Der große Umbau folgt (2026–2027)
Ab Anfang 2026 folgt der Um- bzw. Neubau der Kläranlage Surheim. Zu dieser umfassenden Maßnahme gehören insbesondere:
- Umbau des Regenüberlaufbeckens in Saaldorf (Drosselbauwerk)
- Bauarbeiten an der Kläranlage Surheim
- Errichtung einer Rechenanlage mit Sand- und Fettfang
- Installation der maschinellen Ausrüstung (Pumpen, Rohrleitungen, Gebläse etc.)
- Um- und Neubau des Kombibeckens (Räumerbrücke, Ablaufrinne, Fahrbahnabdeckung)
- Elektro- und Maschinentechnik, Netzersatz- und Blitzschutzanlage
- Fällmitteltank- und Dosieranlage
Innovative Reinigungstechnik: BIOCOS-Verfahren
Die öffentliche Ausschreibung ist abgeschlossen. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen mit 5.540.000,– Euro rund 300.000,– Euro unterhalb der ursprünglichen Kostenberechnung.
Im Rahmen des Vergabeverfahrens erhielt ein Sondervorschlag mit dem „BIOCOS-Verfahren“ den Zuschlag. Das neue Verfahren bietet mehrere Vorteile:
- Geringere Reinvestitionskosten durch eine reduzierte Maschinenausstattung.
- Niedrigere Betriebskosten aufgrund geringerer Stromverbräuche.
Mit dem Bau der neuen Kläranlage wurde Ende Januar 2026 begonnen. Die Fertigstellung ist bis Ende 2027 geplant.
NEUKALKULATION DER ABWASSERGEBÜHREN 2026–2027
Die Gebührensätze für die Entwässerungseinrichtung wurden durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband überprüft und kostendeckend kalkuliert.
Ab dem 1. Januar 2026 gelten folgende neue Gebührensätze:
Gebühr Neuer Satz (ab 01.01.2026)
Einleitung von Schmutzwasser 3,96 €/m³
Einleitung von Schmutz- und Niederschlagswasser 4,60 €/m³
Stand: Dezember 2025



Öffentliche Auslegung der Antragsunterlagen zum Vollzug der Wassergesetze
Die Gemeinde Saaldorf-Surheim hat beim Landratsamt die Erteilung einer gehobenen wasserrechtlichen Erlaubnis für das Einleiten von Abwasser aus der Kläranlage in die Sur beantragt.
Die Antragsunterlagen für die gehobene Erlaubnis, aus denen sich der Umfang und die genaue Lage des Vorhabens ergibt, können vom 30. April 25 bis einschl. 29. Mai 25 in der Gemeinde Saaldorf-Surheim eingesehen werden.
Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, kann vom 30. April bis einschl. 13. Juni 25 schriftlich oder zur Niederschrift bei der Gemeinde Saaldorf-Surheim oder beim Landratsamt BGL Einwendungen gegen das Vorhaben erheben.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte aus den Unterlagen zur Kläranlage:
0_0 Inhaltsverzeichnis
0_1 Erläuterungsbericht
0_2 Hydraulische Berechnung
0_3 Kostenberechnung
0_4 Baugrundgutachten
1_5 Übersichtsplan
2_5 Lageplan
3_5 Lageplan
4_5 Hydraulischer Längenschnitt
5_5 Bauwerksplan Rechengebäude
6_5 Bauwerksplan Maschinenhaus
7_5 Bauwerksplan Kombibecken
8_5 Bauwerksplan Betriebsgebäude
9_5 Bauwerksplan Klärschlammlagerhalle
Stand: April 2025
Aktuelle NEWS zur Pumpstation in Saaldorf
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Mehr InformationenIn der Gemeinde Saaldorf Surheim werden derzeit zwei Kläranlagen betrieben.
Bei der Kläranlage in Saaldorf handelt es sich um eine Teichanlage mit einer Ausbaugröße von 2.000 EW (Der Einwohnerwert (EW) ist eine Kennzahl, der die Schmutzfracht im Zulauf einer Kläranlage angibt), mit einer wasserrechtlichen Befristung bis zum Jahr 2022.
Bei der Kläranlage in Surheim handelt es sich um eine Scheibentauchkörperanlage mit einer Ausbaugröße von 3.500 EW, mit einer wasserrechtlichen Befristung bis Ende 2026.
Aufgrund der Neubeantragung der wasserrechtlichen Genehmigung müssen beide Anlagen neu bemessen werden. Hierbei sind auch die neuen Anforderungen an die Ablaufqualität des gereinigten Abwassers und die Einleitung in einem leistungsschwachen Gewässer (Vorfluter), zu berücksichtigen. Zur Neuausrichtung wurde im Jahr 2021 bereits folgende Varianten untersucht.
VARIANTE I:
Neubau bzw. Ertüchtigung der bestehenden Kläranlagen in Saaldorf und Surheim am jeweils bestehenden Standort
VARIANTE II:
Ableitung der gesamten Abwässer aus Saaldorf zur Kläranlage Surheim mit Neubau einer gemeinsamen Kläranlage in Surheim
und Auflassung der Kläranlage Saaldorf
VARIANTE III:
Ableitung der gesamten Abwässer aus Saaldorf nach Surheim mit gemeinsamer Ableitung der Abwässer aus Surheim zur Kläranlage Siggerwiesen (RHV Salzburg)
Da die Abwasserbeseitigung als kostendeckende Maßnahme zu betreiben ist und sich direkt auf die Gemeindebürger auswirkt, mussten die Varianten anhand vieler Zahlen und Fakten einer genauen Kostenvergleichsrechnung nach LAWA-Leitlinie (Länderarbeitsgemeinschaft Wasser), unterzogen werden. Diese Berechnung basiert auf den ermittelten Kosten, die für den Bau und Betrieb der Abwasserentsorgung für die nächsten 60 Jahre entstehen werden.
Aufgrund der Ergebnisse hat sich der Gemeinderat in der Sitzung vom 11.02.2021, für die Auflassung der Kläranlage in Saaldorf und Ableitung zur Kläranlage Surheim mit Ertüchtigung der Kläranlage Surheim entschieden. Nach Abschluss der Planungen wurde im April 2024 mit der Erstellung der Verbindungsleitung zwischen der Kläranlage Saaldorf und der Kläranlage Surheim begonnen. Parallel hierzu wurde die neue Pumpstation am Standort der Kläranlage Saaldorf erstellt. Anfang 2025 wurde dort die maschinelle Ausrüstung, die Elektroinstallation mit Schaltanlage sowie der Regel- und Messtechnik eingebaut.
Für die neue Kläranlage in Surheim wurde Ende März die Baugenehmigung erteilt. Sobald dann auch die Wasserrechtliche Genighmigung vorliget erfolgt die öffentliche Ausschreibung der Maßnahme, mit dem Ziel noch 2025 mit der Bauausführung beginnen zu können.
Die Kläranlagenerweiterung hat unter Aufrechterhaltung des Betriebs der derzeitigen Kläranlage zu erfolgen. Ziel ist es, die neue Kläranlage bis Ende des Jahres 2026 fertig zu stellen. Dies ist dann abgestimmt auf das Auslaufen der bisherigen wasserrechtlichen Genehmigung für die Kläranlage in Surheim.
Stand: 27. März 2025











