Heimatbuch Saaldorf-Surheim

Im Dezember 2011 wurde das Hematbuch unserer Gemeinde herausgegeben. Darin sind ausführliche Informationen auch zur Geschichte enthalten.

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"saltorf" alte Bezeichnungen von Saaldorf
und "sura" alte Bezeichnung von Surheim

1200 Jahre

Geschichtliches von Dr. Helga Reindel-Schedl und Maria Hafner

Der Name Saaldorf ist abgeleitet von dem alten Wort “sal” und bedeutet Herrenhof, Amtshof. Surheim hat seinen Namen vom Surbach, der den Ort durchfließt. “Sur” ist keltischen Ursprungs und bedeutet “langsam fließendes Gewässer”.

Die Gemeinde Saaldorf-Surheim ist uraltes Siedlungsgebiet. Das beweisen Funde aus der Eisen- und Bronzezeit, wie Armreifen, Schwerter, Hufeisen. Vor allem aber die Römer, die um 14 v.Chr. unser Land eroberten, hinterließen vielfältige Spuren. 

In Saaldorf und Surheim wurden Römersteine gefunden. In Leustetten wurde eine "villa rustica", ein römischer Gutshof entdeckt, dessen Badegebäude freigelegt werden konnte.

Grabstein aus der Römerzeit im Rathaus
Römerstein in der Pfarrkirche Surheim

Von der Besiedlung durch die Bajuwaren seit dem 6. Jahrhundert wurde nördlich der Surheimer Kirche eine Grabstätte gefunden.

Urkundlich erstmals erwähnt sind die beiden Hauptorte Saaldorf und Surheim in den ältesten Güter-Aufzeichnungen des Erzstifts Salzburg vom Ende des 8. Jahrhunderts. Die Edlen Maio und Wich gaben damals ihr Eigentum im Dorf "Saltorf" an die Domkirche Salzburg und der Vasall Johannes überließ mit Erlaubnis des Herzogs Tassilo in "Sura" ein Gehöft. 

Während in Saaldorf alle Bauernhöfe dem Domkapitel Salzburg gehörten, überließ der Erzbischof in Surheim einzelne Höfe verschiedenen seiner Ritter. Für die Verwaltung richtete das Domkapitel neben der Kirche in Saaldorf eine Curia, ein eigenes Amt ein, dem ein Klosterbruder vorstand, der mit seinen Gehilfen Bauernhöfe bis weit über Tittmoning hinaus betreute. Zu seinen Aufgaben gehörte nicht nur das Einsammeln der Abgaben, die Regelung bei Hofübergaben, die Schlichtung von Streitigkeiten und die Bestrafung geringerer Vergehen, sondern auch die Obsorge für die Familien und die Hilfe bei Unglück und Naturkatastrophen. 

   
Zweimal im Jahr kam der Vogt, das war der Graf von Lebenau, nach Saaldorf geritten, um für die Leute des Domkapitels Gerichtstag zu halten. Über die Leute anderer Grundherren richtete deren Vogt. Der Graf von Plain besaß die Grafenrechte über das ganze Gebiet um Sillersdorf, Saaldorf, Surheim und Abtsdorf. Für todeswürdige Verbrechen hielt er unter der Linde zu Hausen Gericht.

Im 13. Jahrhundert war Saaldorf zum Gerichtsort, zur Schranne für das Gericht Oberlebenau, für Sillersdorf, Hausen, Surheim, Steinbrünning, Leustetten, Abtsdorf, Daring, Gerstetten, Villern und Niederheining geworden. Inhaber dieses Gerichtsbezirks waren die Herren von Oberndorf. Konrad von Oberndorf verkaufte 1337 sein Gericht mit 247 “Herdstätten” dem Erzbischof von Salzburg. Die Bewohner südlich der Sur gehörten zur Schranne Salzburghofen im Gericht Staufeneck. 

Durch das Gebiet von Surheim führte eine Römerstraße, später eine Handelsstraße von Salzburg nach Laufen, für die um 1500 die Maut an der Sur eingerichtet wurde. Saaldorf war eine wichtige Station an der Salzstraße von Reichenhall über Brodhausen (Maut an der Sur bei Maulfurth) nach Burghausen. 

Von der großen Frömmigkeit der Vorfahren zeugen die 7 Kirchen im Gemeindegebiet: Die Saaldorfer Pfarrkirche St. Martin aus dem Mittelalter wurde 1914-15 unter großen Opfern neu und größer gebaut, die Surheimer Pfarrkirche St. Stefan basiert auf einer romanischen Anlage und wurde in der Gotik errichtet. Die übrigen 5 Nebenkirchen in Abtsdorf (St. Jakob), Steinbrünning (St. Johann), Haberland (St. Nikolaus), Sillersdorf (St. Georg) und Moosen (St. Vitus) enthalten kunstgeschichtliche Besonderheiten wie z.B. Abtsdorf mit seinen gotischen Fresken und einem Gemälde von J.M. Rottmayr. Daneben prägen viele Kapellen, Bildstöcke und Kreuze die reiche geistliche Landschaft. Das Gemeindegebiet gehörte jahrhundertelang zur Pfarrei Salzburghofen, erst 1891 wurde Saaldorf und 1957 Surheim eine eigene Pfarrei. Aus der Kinderlehre der Priester entwickelten sich im 17. Jahrhundert die Schulen von Saaldorf und Surheim, die zunächst vom jeweiligen Mesner in dessen Wohnstube geführt wurden. 

Das Gemeindegebiet wurde 1818 nach der Abtrennung von Salzburg aus 7 ehemaligen Gerichtsvierteln der Pfleggerichte Oberlebenau und Staufeneck gebildet. 1978 wurden die vormals selbstständigen Gemeinden Saaldorf und Surheim zu einer Einheitsgemeinde zusammengeschlossen, seit 1.5.1994 lautet der Gemeindename Saaldorf-Surheim. In den letzten Jahrzehnten hat sich die landwirtschaftlich geprägte Gemeinde zu einer modernen Wohngemeinde entwickelt und hat einen starken Einwohner-Zuwachs erfahren.

Schnalzerbrunnen an der Rathaus-Kreuzung in Saaldorf

Viele bekannte Familiennamen, die im 14. und 15. Jahrhundert entstanden, stehen schon in den alten Büchern, das älteste von 1392. Hier finden sich Weibhauser, Hasenörl, Rohrer (später Rehrl), Klinger, Stadler, Knoll, Schintler, Klötzl und Fallwickl. Die Angehörigen dieser und vieler anderer Familien sind es gewesen, die über Jahrhunderte hin mit ihrer Tüchtigkeit und ihrem Fleiß das Land um Saaldorf-Surheim bestellt und erhalten haben. Kein Wunder, daß die Einheimischen ihre Familien- und Dorftraditionen besonders hochhalten. 

Viele Vereine zeugen vom Zusammengehörigkeitsgefühl derGemeindebürger. So wurde z.B. der Brauch des Aperschnalzens vonSaaldorf aus wiederbelebt. 1954 trafen sich erstmals 39 Schnalzerpassenvon "drent und herent" der Salzach in Saaldorf. 1957 wurde die gemeinsame "Schnalzervereinigung Rupertigau" gegründet. Darauf verweist der Schnalzerbrunnen in Saaldorf, der die Freundschaft der "Alt-Salzburger" Gemeinden dokumentiert. 
Weitere Info bei  -   www.schnalzen.de